Das Ende der Corporate Blogs?
März 2007 | Meinung von Stefanie Berg | Neue Artikel per Mail erhalten“Corporate Blogs in der Krise” schreibt die Computerwoche in ihrer neuesten Ausgabe und macht diese gewagte These vor allem am Scheitern des Fixing-Blogs des Dübel-Herstellers Fischer fest.
“Die Aktualisierungsrate ist stark gesunken, was überwiegend interne Gründe hatte, aber auch daran lag, dass das Feedback sehr verhalten war, die Zielgruppe (Planer/Statiker) nicht erreicht wurde und keine aktive Diskussion stattfand“, wird die Leiterin der Fischer-Unternehmenskommunikation, Beate Rzadtki, zitiert. …
Aus diesem Negativbeispiel folgert der Autor: Viele deutsche Corporate Blogs, mal von engagierten Mitarbeitern in den Abendstunden betreut, mal von hochbezahlten Agenturen entworfen und bestückt, dümpeln in kleinsten Nischen vor sich hin oder verenden nach einigen Monaten. Schlechtes Design, müdes Einstellen langweiliger Pressemitteilungen, seltene Aktualisierungen - und “Comments (0)”, oder höchstens “Comments (1)”, wenn sich ein hauseigener Mitarbeiter mal zu einem Kommentar aufraffen konnte oder gezwungen wurde. Der Zähler vieler Corporate Blogs zeigt für alle, dass oft kein Interesse bei Kunden, Experten oder Wettbewerbern besteht, sich auf einen Dialog mit den Machern des Blogs einzulassen - was aber doch die Kernfunktion eines Corporate Blogs sein soll.
Nicht nur diverse Firmenweblogs auf der gerade zu Ende gegangenen CeBIT lassen einen ganz anderen Schluß zu, auch die Beispiele von Firmen wie T-Systems, dem Logistiker Müller oder dem Schmuckhersteller Teno. Und im gleichen Artikel befindet sich ja ebenfalls ein Interview mit Karsten Ehms, Principal Consultant bei Siemens Corporate Technology.
Der verrät darin etwas über den aktuellen Stand der (ausschließlich internen) Bloggerei in dem Münchner Konzern: “Für die Siemensianer sind die Blogs ein mehr und mehr genutztes Arbeitsmittel. Zurzeit gibt es bei uns etwa 400 Weblogs, von denen rund 15 Prozent als aktiv gelten. … Mit rund 1800 Beiträgen, knapp 3000 Kommentaren und etwa 1400 Tags. An die 1000 User haben die Blogging-Policy akzeptiert, können auf Knopfdruck kommentieren oder bloggen - die Reichweite umfasst etwa 15000 Kollegen.”
Natürlich ist es richtig, dass die Corporate Blogosphäre in Deutschland (immer noch) in den Kinderschuhen steckt und ein Firmenblog eine Menge Arbeit macht, aber deshalb das “Ende der Corporate Blogs” einzuläuten, ist doch etwas verfrüht.
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