Ein halbes Jahr zu spät …
Mai 2008 | Meinung von Katrin Klaus | Neue Artikel per Mail erhalten
Och, wie schön! Wer kennt es nicht: Die Tage werden länger, dunkler und kälter. Traurig neigt sich der Sommer dem Ende, entrüstet darüber, wieder fast 320 Tage warten zu müssen, bis er erneut dran ist.
Naja, der Herbst hat ja auch was für sich. Spaziergänge an der frischen Luft, den Bäumen dabei zusehen, wie ihre grünen Blätter langsam in den bunten Zustand übergehen, bis sie ganz abfallen und als Häufchen auf dem Bürgersteig zu finden sind.
In den Abendstunden macht sich Nebel breit und die Sonne taucht die Stadt in ein verführerisches Rot. Hat doch alles auch was Gutes!
Aber irgendwie … ich weiß nicht, aber irgendwie kommt mir das gerade so falsch vor. Also lasse ich nochmal meine Gedanken schweifen … ach, richtig: Es ist Frühling! Ha, haben wir das Übel am Kragen gepackt. Eigentlich ist weniger die Tatsache, dass Mai ist, das Übel, sondern viel mehr die, dass ich hier gerade ein Magazin vor mir liegen habe, welches mich nun mal gar nicht daran erinnert.
Vielmehr erinnert es mich an den Herbst, der hier gar nicht reinpasst. Also schaue ich nochmal auf das Cover: Nein, ich habe mich nicht geirrt. Das Kundenmagazin der WSW-Unternehmensgruppe (Wuppertaler Stadtwerke) ist tatsächlich von März 2008! Ein bisschen macht es auf mich den Eindruck, als ob der Verantworliche für das Titelbild eben dieses im - beispielsweise - November veröffentlichen wollte, dann urplötzlich in einen tiefen Winterschlaf verfallen ist und nun, als er aufwachte - ohne sich dessen bewusst zu sein, dass inzwischen fast ein halbes Jahr vergangen ist - ja noch schnell das Cover für die Ausgabe fertig machen wollte. Huch! Und schon ist das November-Bild auf der März-Ausgabe. Jaja, so schnell kanns gehen.
Sollte aber der Fall eingetreten sein, dass ich mich irre und hier keiner im Winterschlaf war, dann gibt es leider nur zu sagen: Verpennt! Einfach zu spät. Wer soll denn dabei Frühlingsgefühle bekommen?! Da hilft auch nicht mehr die kleine, süße Grafik - das WSW-Logo -, die nicht gerade anmutig mitten im Nebelabend auf dem Gebäude in der Mitte prangt. Davon mal abgesehen, dass sie sehr unauthentisch in das Bild eingebaut wurde. Auch, wenn es das neue Logo ist, auf was man besonderes stolz ist (so wird es im Heft angeprangert) … nein, ein Eyecatcher ist das nicht.
Das erledigt nämlich schon das … ähm … der … große rote Punkt?! Also was auch immer er zu bedeuten hat - wahrscheinlich sollte so die Corporate Identity wie ein roter Faden durch das Bild gezogen werden. Ähm, nein! Also ich könnte in den roten Punkt mit den weißen Linien sicher so einiges reininterpretieren, aber bestimmt nicht das, was er ausdrücken soll.
Als erstes fällt mir da Schleichwerbung für Google Maps ein. Der Weg ist das Ziel! Oder so ähnlich, auf jeden Fall wirkt das Dingsbums wie eine Straßenkarte und der rote Punkt ist mein Ziel. Fein - und vielleicht gar nicht so weit von der Ursprungsidee entfernt?!
Zweite Assoziation: Eine Schaffnerkelle! Also diese Kellen, mit denen die Zugschaffner ihren Lokführern winken, um ihnen mitzuteilen, dass alle Passagiere im Zug sind und keiner in der Tür klemmt. Nur was macht die auf dem Magazin der Wuppertaler Stadtwerke? Naja, vielleicht gibt es solche Kellen ja auch für die Schwebebahnen in der Gegend.
Tja und dritte Assoziation: Ein roter Punkt?! Nur irgendwie zerstört er das ganze schöne herbstliche Titelbild. Dabei hab ich grad so Lust bekommen auf einen feinen Spaziergang im bunten Laub …


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