Gretchenfragen
März 2008 | Meinung von Jörg Petzold | Neue Artikel per Mail erhalten
Ist ein RSS eigentlich schon ein e-paper? Oder ein Newsletter schon ein e-Mag? Ist jede journalistisch im Portable Document Format publizierte Texteinheit schon das, was anderswo als the latest publishing hype verkauft wird? Wer läuft denn diese semantischen Messerkanten bitte einmal konsequent ab? Und was soll das hinterher bringen?
Fakt ist, wie überall, dass man ein running system never ever touchieren sollte. Das gilt auch für halbwegs funktionierende Begrifflichkeiten. Wie soll man aber dann das Kind benennen, wenn Kevin und Schakkeline analog e-Mag & Co als Klischeerahmen nicht mehr ausreichen? Bis jetzt lief unter e-Mag alles, was nach Magazin aussah und auf eine gewisse Art und Weise “anklickbar”, interaktiv manipulierbar war. Ist aber ein Magazin im e-Mail-Briefkasten, HTML codiert, nun wirklich hundertprozentig ein e-Paper, obwohl es nicht als PDF daherkommt?
An solchen mitunter selbstverständlich ins Leere bzw. Unendliche laufenden Problemzergliederungen hat über kurz oder lang jeder zu knabbern, der online publishen möchte. Stichwort Qualitätssicherung. Wer möchte schon mit seiner aufwändig produzierten interaktiven Onlinepublikation in einem Google-Topf zusammen mit dem x-beliebigsten aller Hardware-Discount-Newsletter landen? Oder, anderes Stichwort, Suchmaschinenoptimierung?
Die Königsdisziplin in der Biologie ist die Taxonomie. Logik und Wissenschaftstheorie sichern den paradigmatischen Rahmen für weitgreifende wissenschaftliche Definitionen. Und im Publishing-Sektor? Haspelt man an sich Wordings ab, ein Begriff, der semantisch bisweilen so unklar ist wie Ouzo aus der Tiefkühltruhe.
Denn wie soll ich sie benennen, die eigentlichen Kerne dieses Artikels? E-Mail-Magazine? RSS-Sheets? Abonnierbare HTML-Letters? Vielleicht doch egal? An dieser Stelle posaune ich trotzig “Form follows function und nicht andersrum!” und möchte das mit den sechs abonnierbaren e-Mail-Magazinen der Bundespressestelle untermauern. Zu den Themen Entwicklung, Europa, Wirtschaft/Finanzen, Bildung, Verbraucher und Infrastruktur (hinzu kommt noch das Jugendmagazin Schekker) wird ordentlich Content geliefert, kostenlos und im Sinne des Bürgerrechts auf Information. Direkt in den e-Briefkasten. Manche nennen es einfach Mail.

Ähnliche Artikel (tag-basiert):
- Keine


Publishing Lounge








