Wünsch´ Dir was!
August 2007 | Meinung von Jacqueline Barth | Neue Artikel per Mail erhalten
Kennen Sie zufällig Eva Kohlrusch? Oh, das sollten Sie, denn sie ist die Inkarnation des Journalistentraums. Wenn Frau Kohlrusch für die “Bunte” schreibt, darf sie das unredigiert. Durch einen Exklusivvertrag bei Burda, den die Starautorin aus ihrer unvergleichlich erfolgreichen Karriere als Journalistin zog. Das will zumindest das “Medium Magazin” so erfahren haben.
Aber wie auch immer - wäre das nicht ein wunderbares Leben? Völlig frei von Eingriffen durch Kunden alles so vermitteln, wie man es will? Nicht sich bei Erscheinen wundern, dass ein Absatz aus dem Artikel gelöscht wurde. Nicht irgendeiner, sondern der entscheidende, die Botschaft. Einfach weg. Danke.
Ach, wären wir doch nur bei “Wünsch dir was!” Dann dürften alle Journalisten und CPler schreiben, was und wie sie es für richtig erachten, ohne Kompromisse, ohne Zwänge. Dann wäre sicher der Artikel fünf des Grundgesetztes nicht so häufig bloße Makulatur, sondern es gebe die Pressefreiheit wirklich und überall. Dann könnten auch wir im Corporate Publishing uns einzig auf Inhalt und Stil konzentrieren, könnten die Schere aus dem Kopf verbannen und würden die Welt ein klein wenig verändern, zumindest wieder graderücken.
Aber wenn wir uns unabhängig machen von allen Zwängen von Wirtschaft und Gesellschaft, dann würden wir zwar wundervolle Beiträge schreiben, die absolut wahr die ganze Welt erklären. Doch wir müssten vermutlich als Preis unseren Beruf zum Hobby machen, denn Geld verdienen könnte man damit in der realen CP-Welt auf Dauer nicht. Außer man heißt Eva Kohlrusch. Fotoquelle: Stock.xchng
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