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Corporate Weblog im Hochglanzformat

Dezember 2006 | Meinung von Stefanie Berg | Neue Artikel per Mail erhalten

Eurohypo

Banker gelten ja eher als konservativ. Auch was neue Medien angeht. Nicht so die Eurohypo AG, der zur Commerzbank gehörende Immobilien- und Staatsfinanzierer. Dieses Geldinstitut ist, so Marc Drüner (Professor für Marketing. und Innovationsmanagement an der Steinbeis-Hochschule Berlin), “ein echter Web 2.0-Frontrunner“. Der Grund für dieses Lob? Die Eurohypo hat vor wenigen Wochen mit Perfectcity ein Corporate Weblog im Hochglanzformat gestartet.

Zu den Autoren zählen Ex-Bundesumweltminister Klaus Töpfer und Stararchitekt Daniel Libeskind. Thema ist die „Die Stadt als die Lebensform der Moderne“. Denn 2007 ist das Jahr, in dem erstmals in der Weltgeschichte jeder zweite Mensch auf der Erde in einer Stadt lebt. „Eine umweltgerechte Stadtplanung gehört damit zu den großen Herausforderungen unserer Zeit. Die Eurohypo, als weltweit tätiges Institut, trägt dafür die Mitverantwortung für die Lebensräume, die mit den von uns finanzierten Bauwerken entstehen“, schreibt die Bank in der Einladung zur Beteiligung. Mit dem Weblog solle in einer Diskussion herausgefunden werden, „was eine Stadt lebenswert macht und wie moderne Städte verantwortungsbewusst gestaltet werden können“.

So technisch perfekt das englischsprachige Corporate Weblog auch ist (mit Tagcloud, Kommentarfunktion, Voting, Flickr-Integration, Blogroll und Meinungsunfrage), so schwierig scheint die regelmässige Beschickung mit attraktiven Inhalten zu sein. Tagelang gibt es keine Einträge und die beiden Stars haben bisher auch erst jeweils einen einzigen Beitrag geblogt. Töpfer über die „friedliche Entwicklung in Städten“ und Daniel Libeskind über sein Lieblingsthema - sich selbst.

Perfectcity zeigt, dass es mit dem Starten eines Weblogs alleine längst nicht getan ist. Im Unterschied zu einem gedruckten Kundenmagazin, wo man mit festen Erscheinungszyklen planen kann, ist hier permanente Contentbereitstellung gefragt. Und damit tun sich natürlich insbesondere die vielbeschäftigten Promis sehr schwer. Ohne eine Redaktion und zur Not auch Ghostwriting wird es nur sehr schwer sein, ein solches Medium mit Leben zu erfüllen. Und mit den Beiträgen alleine ist es auch nicht getan. Damit ein echter Dialog entsteht, müssten die Autoren auch auf Kommentare reagieren oder sich in anderen Weblogs an der Diskussion beteiligen.

Davon ist Perfectcity noch ein gutes Stück entfernt, darum ist das Weblog bisher auch kaum bekannt. Aber das Projekt steht ja erst am Anfang und die Macher lernen sicher noch dazu. Auf jeden Fall ist es begrüßenswert, dass sich auch ein Geldhaus wie die Eurohypo nun den neuen Dialogmedien öffnet.

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