Landschafts-Baustelle
Januar 2008 | Meinung von Julia Haase | Neue Artikel per Mail erhalten

Die Aufgabe eines Landschaftsarchitekten liegt auf der Hand: Er befasst sich mit der innovativen Gestaltung von Landschaft, Landespflege und der Freiraumplanung. Es geht um Fragen des Designs und des ästhetischen Wirkens. Also ist gerade in diesem Metiers das Bild ein entscheidendes Instrument. Umso mehr wundert es mich, wie das Fotokonzept dieses Magazins zustande gekommen ist. Trotz des guten äußeren Layouts herrscht hier eine vollkommen ungelungene Komposition von Titel und Bild.
Jede mir vorliegende Ausgabe trägt ein absolut tristes Titelfoto, das so gar nichts mit dem Inhalt zu tun hat und über diesen auch nicht informiert. Obwohl – ganz richtig ist das nicht. Denn das Layout im Inneren ist genauso einfallslos und nichts-sagend wie es das Titelbild verspricht. Keine Ästhetik, keine Landschaft und keine Architektur. Ich könnte eigentlich nur lachen, wenn ich mir vor Augen halte, dass dies ein Heft für Landschaftsarchitekten vom Bund deutscher Landschaftsarchitekten ist.
Es stellt sich mir die Frage, in wieweit hier noch jemand weiter oder ausgebildet werden soll?! Wenn es in die Richtung des Titelbildes geht, dann könnte sich von nun an wohl auch jeder X-Beliebige um einen Posten als Landschaftsarchitekt bewerben… Wenn ich mir das ansehe, wundert es mich nicht, dass viele der Meinung sind, Deutschland sei so grau und triste. Mit dieser Landschaftsgestaltung auf jeden Fall!
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Wenn Sie sich andere Magazine aus dem Bereich ansehen, werden Sie exakt die gleiche Bild- und Designsprache finden. Das liegt nicht nur an der Einfallslosigkeit von Layoutern, es repräsentiert nicht zuletzt das akademische Bild (Zerrbild) einer Branche, die ihr Geld in der Regel mit der Begrünung von Autobahnrandstreifen verdient, wenn sie denn überhaupt noch Geld verdient. Dieses Ungrüne, Farblose, Ausgeräumte und Menschenleere ist die Ästhetik der Akademien. Das finden die immer noch hip, obwohl es jetzt auch schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel hat.
Sie sprechen mir aus der Seele! Beste Grüße! Kay Schönewerk