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Mittelmäßiger Kick

Juli 2008 | Meinung von Tom Schoener | Neue Artikel per Mail erhalten

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Im Fußball schießt man mehr oder weniger oft auf ein Tor, mit dem Ziel, ein solches zu erzielen. Nicht jeder Schuss ist ein Treffer und es gilt der Spruch, knapp daneben ist auch vorbei.

Wenn sich ein Unternehmensmagazin schon NahDran nennt, wie es jenes der Barmer tut, dann könnte man, so man böswillig gesonnen ist, auch gleich ein paar Rückschlüsse auf die Qualität des Blattes ziehen wollen. Fokus soll nun auf der Bebilderung liegen und nichts scheint naheliegender zu sein, als mit dem Titelbild zu beginnen. Da wir auch mal überraschend agieren wollen, sagen wir einfach gar nichts darüber, denn es ist weder auffällig gut noch besonders schlecht. Abgehakt.

Die grafische Einbindung der Bilder ist akzeptabel, zum Teil sogar gut gemacht. Die Auswahl der Motive birgt einige Querschläger und manchmal sogar einen Treffer. Ein wirklich gelungener „Spielzug“ ist das Porträtfoto eines Interviewpartners, dessen Konturen sich, neben der eigentlichen Personenabbildung, schattenartig auf dem Tisch spiegeln. Wenn in einem anderen Bild Legofiguren, die auf einen Versicherungsvertrag stehen, stellvertretend die Steuerzahler symbolisieren, zeigt sich darin nicht unbedingt ein Höchstmaß an Innovation, aber doch zumindest ein netter Versuch motivischer Vielfalt.

Apropos Motive: Der Barmer Gesundheitsreport 2008 trägt den Titel: „Das Kreuz mit dem Kreuz“. Gut dass wir an dieser Stelle keine Kommentierung über Überschriften von uns geben…

Nun wird der Beitrag zum einen durch die Abbildung eines Arztes bereichert, dessen Gesicht mal so richtig ungeschickt geschnitten wurde. Das halbe rechte Auge und alles was sich normalerweise neben dieser vertikaler Linie im Gesicht eines jeden befindet, konnte, warum auch immer, leider keinen Eingang mehr in das Bild finden. Unser Tipp: das Bild ein wenig kleiner machen und dann, als wäre es Zauberei…

Zusätzlich wird der Beitrag durch eine junge Dame illustriert, deren Gesichtsausdruck und Körperhaltung uns einerseits verrät, dass ihre mimischen Fähigkeiten limitiert sind und anderseits die Ahnung zulässt, dass sie beauftragt wurde, so zu tun, als ob sie sich mit dem im Beitrag beschriebenen Leiden herumärgern würde.

Im Beitrag erfährt man sogar, dass es sich bei den Betroffenen hauptsächlich um die Altergruppe 60plus handelt. Warum wird dann also eine kaum der Pubertät entsprungenen Maid zur Repräsentantin derer, denen ihr Rücken nicht gewogen ist? (Und natürlich ist auch ihr Kopf „gekonnt“ geschnitten.)

Im Ergebnis bleiben neben ein paar schönen Treffern, eine Vielzahl von Fehlpässen, Querschlägern und einige grobe Fouls. Zum Glück musste man dafür nicht auch noch Eintritt bezahlen.

Kategorie: Fotos CPL-Award

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