Wein, Weib und Gesang
Juli 2008 | Meinung von Tom Schoener | Neue Artikel per Mail erhalten
Jeden Tag auf´s Neue stellt man sich als Redakteur die Frage, was den geneigten Leser dazu bewegt, sich den hier verbrochenen Zeilen hinzugeben. Ist es der eloquente Schreibstil? Die messerscharfe Analyse im Bereich der CP? Der pfiffige Wortwitz? Die schönen Titelbilder? Von Sorgen und Selbstzweifeln wäre man geplagt, wenn es denn nicht die Auflistung der am häufigsten bei Google eingegebenen Wörter gäbe, die letztlich zur CP-Lounge führten.
Die „best of“ der beliebtesten Suchbegriffe sind (ein kleiner Trommelwirbel sei an dieser Stelle gedacht): “Wein”, “gebrochenes Herz” sowie “Männer und Zungenpiercing”. Okay, das wäre jetzt nicht unbedingt mein Tipp gewesen, aber so ist es halt nun mal. Aber dass man mit der Suche nach Hasen und Bärenbildern, Bier oder Paris Hilton auf die CP-Lounge kommt, stimmt mich wirklich nachdenklich.
Jetzt könnte man die Mechanismen der Google-Suchmaschinerie für eine unglaubliche Aufstockung der Leserzahlen nutzen. Ähnlich wie unser aller Harald Schmidt, der im letzten Jahr ein Büchlein auf den Markt warf, welches er in Anlehnung an die prägnantesten Begriffe der Bestsellerliste “Sex ist dem Jakobsweg sein Genitiv“ nannte, könnte man ja in steter Regelmäßigkeit ein paar Schlagwörter einbauen und schwuppdiewupp…
Ja, könnte man. Machen wir aber nicht, denn wir maßen uns an, ein Fachblog zu sein. Außerdem gibt es doch nicht Schöneres als die monatliche Überraschung, mit welchem Suchbegriff man wieder mal auf unsere Seite gestoßen ist.
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