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Polizei. Bitte Aufmachen!

Oktober 2008 | Meinung von Jörg Petzold | Neue Artikel per Mail erhalten

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Kommt vor: Da sitzt man im örtlichen Reviervorzimmer zwischen gepinnten Terroristen-Steckbriefen und “Was tun, wenn’s kracht”-Broschüren und das Einzige, was halbwegs unterhaltsam daherkommt, ist ein Magazin für 8-14-Jährige namens “Hallo”. Der Preis für den innovativsten Hefttitel ist damit schonmal vom Tisch, aber mit der Polizei verhält es sich ähnlich wie mit mittelständischen Elektroinstallationsbetrieben im Schwarzwald: Nicht gerade aufregend, aber grundsolide.

Und lobenswert, dass es sowas gibt. Unter den Fittichen der Polizei-Beratung, eine Art Bürgerservice der Polizei in Sachen Prävention und Sicherheit, erscheinen die 16-Seiter immer zu einem Kernthema wie in diesem Beispiel “Sicherheit, Risiken und Prävention für Kinder im Ungang mit Computern und dem Internet”. Auf die Zielgruppe heruntergebrochen natürlich eine ganze Spur zugänglicher: “Erst denken, dann klicken - dein Computer, dein Haus.” Das Konzept funktioniert, sehr gut sogar. Verblüffenderweise gibt sich die Polizeiberatung nämlich nicht die Richtlinienkeule, aber auch nicht den allzu kumpelhaften Verkehrserziehungs-Poldi. Vielmehr wird die junge Leserschaft ernst genommen und aufrichtig, aber dennoch kindgerecht,  angesprochen. Zum Beispiel das Reizthema Downloads: Im Artikel  fallen nirgends Wörter wie “verboten” oder “nicht erlaubt”, sondern vielmehr die Erwähnung der Möglichkeit, dass “du dich unterhalten lassen kannst, bis du viereckige Augen hast.” Verbunden mit dem Hinweis, das manche Filme eben eklig und gruselig sein können, vielleicht sogar Albträume nach sich ziehen. Und man vorher lieber  mit den Eltern darüber sprechen sollte.

Internetlexikon, Computer-Quiz, Erfahrungsberichte, Videospot mit Bastian Schweinsteiger, Sicherheitstipps für’s Chatten - es scheint so, als hätte der “Freund und Helfer” zumindest publizistisch den richtigen Ton für die Ansprache der jungen Zielgruppe erwischt. Das Layout gibt sich abwechslungsreich und cartoon-lastig, die Überschriften gehen meist mit einer konkreten “Du-Aussage” ins Rennen, die Internetpräsenz erweitert das Printprodukt sinnvoll. Gut gemacht. Na schön, zwei Dinge wären da noch:

1. Für die Untermauerung des Artikels durch den Fotograf und zum Thema Musikdownload ausgerechnet ein Pic jener Kapelle zu wählen, die einst proklamierten: “Ironie und Heroin, Placebo-Kicks, Adrenalin. Niemand bleibt davon verschont… ”

2. Sich mit dem Untersatz “Kompetent. Kostenlos. Neutral.” verschlagworten. Klingt ja gut, aber warum trägt dann das Maskottchen auf der Brust stolz ein Sparkassen-Logo???

Konzept:  CPL-Award

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1 Kommentar »

  1. Na ist doch mal was vernünftiges meine ich! Sollte ein gesundes Mittelmaß haben, sonst liest/schaut es sich zu unwichtig/aufdringlich. Ja das mit dem Sparkassen-Logo ist ja lustig!! ;-) Grüße S.

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