Bergsteiger im Hamsterrad
November 2007 | Meinung von Jacqueline Barth | Neue Artikel per Mail erhalten 
Kann ein gut gemachtes Reisemagazin den Leser auch mal köstlich amüsieren? Klar, das Kundenmagazin “4-seasons” von Globetrotter schafft dies. Das Magazin an sich ist toll, Fernweh erzeugende Fotoaufnahmen gibt es, wunderbare Reiseberichte und brauchbare Testergebnisse. Bisschen viel Werbung, vielleicht.
Aber dann. Ein geniales Finale. Denn auf der letzten Seite muss sich der Leser das Zwerchfell halten, so sehr wird es geschüttelt. “Best of Erbse” liefert den “Ausstieg” und ein herrlich selbstironisches Comic, das “wirbt” für den unvergleichlichen Magic Mountain Megasteper.
In einer Art Hamsterrad ist der Bergsteiger unterwegs, kann Niveau und Beläge wählen und kriegt sogar Höhensonne, wenn er mag. Puh, bloß gut, dass man einen Berg nicht wegen des Naturerlebnisses besteigt. Dass der Bergsteiger endlich bei jedem Wetter seinem Hobby frönen und dafür nicht einmal vor die Tür treten muss. Und auf niemanden angewiesen ist, in unserer Gesellschaft voller Individualisten. Außer vielleicht, wenn das Hamsterrad kaputt geht. Aber wer denkt denn schon an so was?!
Der MAGIC MOUNTAIN MEGASTEPER kann zweifellos auch eine neue Zielgruppe erreichen. Denn schließlich bietet er ja eine echte Alternative zu Cross- und Heimtrainerjunkies. Und dann, das beste Argument: Der Klimaschutz - man benötigt nicht das Auto, denn man muss ja nicht zum Berg fahren. Und wie wäre es gar, den MAGIC MOUNTAIN MEGASTEPER an einen Generator anzuschließen, um den eigenen Strom zu erzeugen? Beispielsweise eine Stunde im MAGIC MOUNTAIN MEGASTEPER klettern, um danach schnell das Fertiggericht in der Mikrowelle zu erwärmen.
Mensch, was für eine bahnbrechende Erfindung! Danke, Erbse. Danke, 4-Seasons.
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