Goldlöckchen
Juni 2008 | Meinung von Tom Schoener | Neue Artikel per Mail erhalten
Es war einmal ein kleines Mädchen mit lockig goldenem Haar, das lustig durch die Welt sprang und dem das Glück so hold war.
Eines Tages sagte es sich: „Ach, ich möchte später mal eine berühmte Sängerin, eine Schauspielerin, ein Supermodel oder eine Kfz-Mechanikerin werden.“ So sind sie, die jungen Leute von heute – immer nur Flausen im Kopf.
Eines schönen Tages kam dann das große böse „Chancen“ daher. Das, liebe Kinder, ist das Kundenmagazin der OVB. “Chancen” sprach mit säuselnder Stimme zu dem Mädchen: „Ich habe mich verirrt. Sei ein liebes Goldlöckchen und hilf mir doch bitte, dass ich ganz geschwind wieder auf den rechten Weg komme.“
Und weil das kleine Mädchen ja auch ein Supermodel werden wollte, sagte es zum OVB-Magazin: „Na gut liebes “Chancen”, wenn ich auf dein Titelbild darf, dann helfe ich dir.“
Oh, wie unbedarft und naiv das kleine Mädchen doch war. Und niemand, der es hätte vor dem Unheil warnen können. „Chancen“ hatte sich nämlich gar nicht verlaufen. In Wirklichkeit wollte es nämlich nur das kleine Mädchen mit den goldenen Locken in seinen Seiten einsperren.
Nun ist es zu spät. Jetzt ist das kleine Mädchen gefangen zwischen Artikeln über Abgeltungssteuer, einem Interview mit Dr. Karl Heinz Däke, dem Präsidenten des Bundes der Steuerzahler und einer absurden, weil rein aus Sicht des Versicherers geschriebenen Kommentierung der aktuellen Riester-Renten-Debatte.
So liebe Kinder und was lernen wir daraus? Richtig, die Welt ist voller Chancen - man muss nur die Richtigen nutzen…
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