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Kranke Versicherungen

August 2008 | Meinung von Martin Opitz | Neue Artikel per Mail erhalten

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Der ewige Eklat um die Krankenkassen und ihre Beiträge, sowie der Diskussion um die Ausschüttung selbiger an die bedürftigen, gesundheitlich Angeschlagenen oder die Übernahme von Zahnersatz, Brust-OPs oder homöopathischen Behandlungen, schafft es in den Tagesnachrichten mindestens einmal pro Woche in die Topthemen. Da ist es wenig erstaunlich, dass eine Fülle von gedruckten Informationsträgern, die sich mit eben diesem Thema beschäftigen, in Umlauf sind und die Kranken wie Gesunden mit Meldungen rund um das politische Schalten und Walten um ihren körperlichen und geistigen Sollzustand überhäufen. So auch das Magazin “Securvital”.

Prinzipiell ist das Deckblatt des 35 Seiten Wälzers garnicht mal so ansehnlich geraten. Sofort sticht der deutschte Klischee-Wehwehchen-Patient ins Auge. Leicht untersetzt, mit Doppelkinnansatz und einer mehr oder minder abweisenden Haltung mit verschänkten Armen, wurde der Herr fortgeschrittenen Alters auf die Arztliege drappiert, in freudiger Erwartung auf das ihm bevorstehende Traktat. Stellt sich jetzt dem Betrachter doch sofort die Frage, warum man das Gesicht des - stellvertretend für jeden Krankenkassensubventionierer stehenden - Mannes nicht sehen darf. Ich vermute eine gequälte und im Ansatz genervte Grundausstrahlung in seinem Ausdruck, was sicherlich nicht zuletzt auf seine geschmackvoll inszenierte Kostümierung zurückzuführen ist.

Inhaltlich hebt sich das blätterbare Infoblatt der “Gesellschaft zur Entwicklung alternativer Versicherungskonzepte mbH” nicht von anderen zusammengehefteten Papierstapeln selbigem Themas ab. Gesundheitstipps, Sparvorschläge und Winkeladvokatentricks zum Geldabführen und Steuerumgehen säumen die in alternierenden Farben dargestellten Seiten, jedoch nicht ohne immer wieder auf die glanzvollen Leistungen der Securvital selbst hinzuweisen.

Damit sich möglichst viele Kranke oder jene die planen es in naher Zukunft zu werden auch für das reichhaltige Angebotsspektrum des Alternativkrankenkassendienstleisters interessieren und sich somit die Kundenakkreditierung eine flächendeckende Zielgruppenfächerung garantiert, reichen die Artikel von armen Waisenkindern in Birma bis zu Steuerspartipps für Vielverdiener. Allerdings ist es immernoch ein optischer Faux-Pas lange Texte mit einer serifenfreien Schrift in einem Printmedium abzudrucken und den dadurch erzeugten schwerfälligen Lesefluß mit dem Belassen riesiger Leerräume zwischen den Zeilen verbessern zu wollen.

Selbst als Wartezimmerbeschäftigung ist das Magazin nicht geeignet und am Thema seiner Subline “Magazin für Alternativen im Versicherungs- und Gesundheitswesen” gänzlich vorbeigeschrammt und hat dabei optische Narben hinterlassen.

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3 Kommentare »

  1. Was will man auch inhaltlich verlangen, wenn in der gleichen Zeitschrift die Abgeltungssteuer und professionelle Zahnreiningung behandelt wird. Es geht da wohl mehr um Kundefang statt Information.

  2. Bedauerlich wie jeder derzeit auf Masse statt auf Klasse setzt.

  3. Jeder? So pauschal würde ich das in keinem Fall sehen… es gibt - auch hier in der CP-Lounge schon vorgestellt - genügend gute bis sehr gute Beispiele. Oder sehen Sie das anders?

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