Zwei CP-Dienstleister im Clinch
Februar 2007 | Meinung von Stefanie Berg | Neue Artikel per Mail erhalten
Im Zeitschriftenblog kann man sehr schön verfolgen, wie sich zwei (kleinere) CP-Dienstleister in die Wolle kriegen: Friedrich Bräuninger (Editor Network - Profits, Wirtschaft der IHK München und Oberbayern, Ventura, PlatinumStyle u.a.) contra Sebastian Marquardt (Wellhausen & Marquardt Medien - Sand & Kies in Bewegung, VBBinFahrt u.a.). Ausgangspunkt war eine - in meinen Augen - unkollegiale Heftkritik an der aktuellen Ausgabe der Profits, dem übergreifenden Wirtschaftsmagazin der Sparkassen-Finanzgruppe für ihre mittelständischen Kunden (Auflage: 65.000). Bräuninger sieht in dieser Attacke den Versuch, Editor Network einen Kunden abspenstig zu machen…
“Der vermeintliche Zeitschriftentest ist wohl eher als Akquiseinstrument gedacht: schaut her, ich könnte das alles viel schöner und besser machen. Ein selbst ernannter Schiedsrichter, der sich gern als Spieler andienen möchte. Zumindest als Kandidat für die Reservebank.“Marquardt kontert empört: “Wenn Sie sich hier ein wenig umgeschaut haben, dann werden Sie wenig Verbindung zwischen diesem Blog und meiner beruflichen Tätigkeit gefunden haben. Kein Firmenname, kein Link, keine Erzählungen aus meinem Alltag. Das hat einen Grund - dies hier ist Hobby und ganz private Spielwiese. Eine bewusste Entscheidung, beides nicht miteinander zu verquicken.”
Genau das ist vielleicht das Problem: Wenn man in seinem Blog u.a. CP-Produkte massiv kritisiert, ohne zu erwähnen, dass man in der gleichen Branche tätig ist und natürlich auch Aufträge gewinnen will, kommt es schnell zu Spekulationen über verborgene Eigeninteressen. Es wäre nicht das erste Mal in der Blogosphäre, dass sich solche Geheimnistuerei als Bumerang erweist. Hier hilft nur Transparenz - und auch ein Mindestmaß an Fairness und Kollegialität könnte unserer Branche nicht schaden.
Trotz aller Konkurrenz: Beschimpfungen wie “eine der größten Geldverschendungen im Markt der Kundenzeitschriften” (Schreibfehler aus dem Original), eines der “schlechtesten mir bekannten Magazine“, “seit Jahren das einzige Magazin, dass ich ins Altpapier verabschiede, ohne auch nur einmal in den Innenteil geschaut zu haben“, “der Inhalt von Profits ist so leblos, dass ich nun schon seit einigen Minuten überlege, woran ich das festmache” oder “der Auftritt des Magazins ist eigentlich eine Ungeheuerlichkeit” sind keine sachliche Kritik mehr. Nichts gegen pointierte Formulierungen, aber trotz der tollen Tage geht hier die Narrenfreiheit etwas zu weit.
Disclaimer: Wir arbeiten seit nunmehr 17 Jahren mit Editor Network in diversen Projekten zusammen.
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