Magazin in Seenot?
Februar 2009 | Meinung von Anja Rettmann | Neue Artikel per Mail erhalten
Trunken vor Urlaubssehnsucht? Layout-Schnitzer durch Unaufmerksamkeit? Oder volle Absicht der Grafiker, um auf´s Schwanken und Wanken eines Luxusliners vorzubereiten? Irgendwie unorthodox kommt es jedenfalls daher, das Magazin des Kreuzfahrt-Riesen AIDA – unorthodox, weil schief. Leicht angeneigt sind Fotos und Bildunterschriften angeordnet, mit dem Ergebnis, dass der Leser ersteinmal zweimal hinsieht, um sicherzugehen, dass es sich nicht um den gefürchteten Knick in der Pupille handelt. Dabei ist die Intention natürlich genau diese: bloß kein Nullachtfühnzehn-Outfit für´s Clubschiff-Blatt, sondern eines, das ins Auge sticht – und das auf einfache, aber doch geniale Weise. Allerdings nur, was die Idee betrifft, denn die Ausführung lässt leider etwas zu Wünschen übrig: Die Bilder sind zwar schief, aber nicht schief genug, um den Leser nicht zunächst an seiner Sehkraft zweifeln zu lassen – und das Blatt-Design letztlich zu einem echten Juwel zu machen.

Deutlich besser gelungen ist die Pisaturm-Idee dem Sender Arte, der sie nicht nur im Logo, sondern auch im Magazin-Layout optisch sehr gelungen einsetzt. Das weiß des Lesers Auge, was es hat – es wird gelockt, festgehalten und doch nicht verunsichert. Denn in seiner Gesamtheit wirkt das Layout durch die auch tatsächlich erkennbare Bild- und Überschriftenneigung zwar aufgelockert modern, doch in sich harmonisch und einfach nur interessant. Und nicht, wie beim AIDA-Magazin, irgendwie seekrank.


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