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Philip Meier: “Wir brauchen mehr Splits und Einstiegspunkte!”

Juni 2007 | Meinung von Kay A. Schönewerk | Neue Artikel per Mail erhalten

109067f056313780.jpgIn einem weiteren Interview im Rahmen unserer Schweiz/Österreich-Reihe der “Lounge-Gespräche” sprechen Kay A. Schönewerk, Geschäftsführer 4iMEDIA Corporate Publishing, und Dr. Philip Meier, Geschäftsführer der Züricher m-und AG über die Zukunft des Corporate Publishing und aktuelle Entwicklungen in der Branche. Meier war zuvor Leiter Corporate Communications & Investor Relations des Schweizer Hightech-Unternehmens ESEC. Er ist Autor des Buches “Interne Kommunikation im Unternehmen” (Verlag Orell Füssli, 2002) und Fachreferent zu interner und externer Unternehmenskommunikation an verschiedenen Fachhochschulen und Universitäten…

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  • Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation der CP-Branche? Corporate Publishing war viele Jahre im Dornröschenschlaf. Seit einigen Jahren ist jedoch Bewegung spürbar, und es entwickelt sich ein neuer Zukunftsmarkt in der Unternehmenskommunikation. Schauen Sie sich zum Beispiel die Mitarbeitermagazine an: noch vor ein paar Jahren war dies ein unwillkommenes Nebenprojekt eines Kommunikationsmitarbeiters oder der CEO-Assistentin. Heute werden professionelle Mitarbeitermagazine auf höchstem journalistischem und gestalterischem Niveau angeboten, wie die Publikationen von Lufthansa, Novartis oder der Schweizerischen Post zeigen.
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  • Was werden in Zukunft die wichtigsten Kriterien im Corporate Publishing sein? Hier sehen wir zwei Trends. Einerseits den Trend zur stärkeren Zielgruppenorientierung. Weshalb nur ein Mitarbeitermagazin? Weshalb nicht Splits für Oberes Kader, Mittleres Kader und Mitarbeitende? Oder gar segmentspezifische Publikationen unter einer Mantelpublikation? Den zweiten Trend sehen wir in der noch stärkeren Integration von Online- und Offlinemedien. Und zwar auf redaktioneller wie auch grafischer Seite.
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  • Welche Erwartungen und Eigenschaften wird der CP-Leser der Zukunft haben? Durch die zunehmende Internetnutzung wird sich die Lesegewohnheit noch stärker in Richtung „Information Picking“ entwickeln. Die Leser wollen sich schnell orientieren und erst bei Bedarf in die „Artikeltiefe“ vorstossen. Zudem möchten sie noch mehr wählen können, was sie wann lesen wollen.
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  • Was heisst dies konkret? Wir müssen den Lesern viel mehr Einstiegspunkte in den Text geben. Eine Headline und ein Lead reichen schon lange nicht mehr. Wir müssen Texte durchbrechen und „aufsplitten“. Anstatt einen „Textwurm“ erhält der Leser verschiedene kleine Geschichten und kann von einer Geschichte zur nächsten springen. Die Gestaltung muss zudem noch stärker die Navigation unterstützen und das Auge beim Aufsuchen wichtiger Informationen begleiten.
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  • Sie meinen also, Text und Layout müssen sich “voreinander verbeugen”? Absolut – zukünftig werden diejenigen Publikationen Erfolg haben, welche journalistisch einwandfrei recherchierte, spannende Inhalte mit innovativer Gestaltung verbinden können.
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  • Werden CP-Medien eines Tages nicht nur qualitätstechnisch Kioskzeitungen überholen - sondern ihnen am Zeitschriftenstand auch wirtschaftlich Konkurrenz machen? Dies ist ja bereits heute ansatzweise der Fall: zum Beispiel bei den Zeitungsbeilagen. Nebst Wegwerf-Werbung finden sich hier immer mehr professionelle CP-Medien, die irgendwo zwischen Kunden-, Special-Interest und Lifestyle-Publikationen angesiedelt sind. Gewisse sind bereits so gut aufgemacht, dass sie sogar die Trägerpublikation konkurrenzieren.
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  • Wie wollen Sie die immer stärkere Gratwanderung zwischen einem journalistischen Produkt und einem Marketinginstrument meistern? Ein gutes journalistisches Produkt mit spannenden Geschichten verkauft auch. Deshalb empfehlen wir gerade marketingorientierten Kunden, stärker inhaltlich zu arbeiten. Rein absatz- und verkaufsorientierte Kundenmagazine werden kaum mehr gelesen, aber die auf Leser zugeschnittenen und professionell recherchierten Publikationen interessieren stärker denn je.
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