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“Print ist kein Allheilmittel!”

September 2008 | Meinung von Tina Neundorf | Neue Artikel per Mail erhalten

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Anlässlich der “Lounge-Gespräche” kamen Kay A. Schönewerk, Geschäftsführer 4iMEDIA Corporate Publishing, und Jörg Carsten Müller-Dünow  zu einem Kurzinterview zusammen. Jörg Carsten Müller-Dünow ist Leiter der Unternehmenskommunikation bei der debitel Group in Stuttgart und erhielt im vergangenen Jahr den Deutschen Preis für Wirtschftskommunikation. In der CP-Lounge äußerte sich der Kommunikationsexperte zur Qualität im CP, zu den Erwartungen der Kunden an Unternehmensmedien – und zu den medialen Grenzen der Branche.

  • Was meinen Sie: Rechnen sich hohe Qualitätsansprüche in der Produktion? Jede Form der Veröffentlichung einer Marke wird als “Botschafter” oder “Visitenkarte” wahrgenommen, entsprechend professionell sollten neben der Aufbereitung der Inhalte auch die Ansprüche an die Produktionsqualität sein. Es sei denn natürlich, die Marke selbst bedingt einen billigen oder hemdsärmeligen Eindruck – das sollte aber doch eher in Ausnahmen der Fall sein.
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  • Werden Unternehmens-Medien eines Tages etablierten Medien auch wirtschaftlich Konkurrenz machen? Selbstverständlich! Dies ist doch schon heute der Fall. Einerseits sinken die Werbespendings für klassische Printmedien prozentual sowie real, andererseits erkennen immer mehr Unternehmen den Wert ihres Kundenbestands auch für andere Firmen und ermöglichen Werbekunden oder Kooperationspartnern den Zugang zu dieser Kundenbasis über ihre Publikationen – die großen Airlines sind längst nur ein Beispiel unter vielen.
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  • Wie wollen Sie zukünftig die immer stärkere Gratwanderung zwischen einem journalistischen Produkt und einem Marketinginstrument meistern? Durch Offenheit und Klarheit. Der Verbraucher lässt sich doch nichts vormachen. Der platte Versuch, Redaktion und Verkaufe zu vermengen, ist durchschaubar und kontraproduktiv. Eine klare Trennung jedoch wird honoriert: hier die Geschichte, die unterhält, informiert und thematisch sicher im Idealfall auch auf die Absendermarke einzahlt, und an anderer Stelle die offensichtliche Bewerbung der eigenen Produkte und Services.
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  • Welche Erwartungen wird der Kunde der Zukunft an Unternehmensmedien haben? Erstens: Content. Zweitens: Content. Drittens: Verfügbarkeit. Morgen wird es ebenso wie heute darum gehen, dem Leser einen Nutzen zu bieten, einen Grund, ein Medium in die Hand zu nehmen und zu konsumieren. Ob dieser Nutzen nun pure Unterhaltung ist oder anspruchsvolle Wissensvermittlung, mag eine konzeptionelle Frage sein. Was sich weiter ändern wird, ist sicher die mediale Darreichungsform der Inhalte. Print wird nicht länger als Allheilmittel herhalten können, mobiler Online-Zugang wird die Lese- und damit auch die Produktionsgewohnheiten noch einmal nachhaltig verändern.
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  • Neue Medien halten zunehmend Einzug in die CP. Wo sehen Sie heute die medialen Grenzen? Diese Grenzen werden wie immer allein von der Zielgruppe gesetzt. Das Medienangebot muss sich nach dem Nutzungsverhalten der Leser richten, und das kann bei ausgeprägten online-Marken auch bedeuten, dass Print tabu ist.
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  • Glauben Sie Corporate Publischer sollten sich auf klassische Medien beschränken? Nur wenn sie planen, sich vorzeitig zur Ruhe zu setzen…
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2 Kommentare »

  1. Print ist kein Allheilmittel aber Print ist auch nicht tabu. Corporate Publisher werden, in Abhängigkeit von der jeweiligen Marke um die es geht, noch viele Jahre den Einsatz der klassischen Medien nicht außen vor lassen können.

    Der Einzug der Neuen Medien in die CP verläuft augenscheinlich mit rasanter Geschwindigkeit, gleichwohl müssen sie sich erst noch bewähren und sie werden auf absehbare Zeit nicht auf die gewünschte Akzeptanz bei bestimmten Ziel- und Altersgruppen treffen.
    Dieser Prozess des Wandels mag manchen nicht schnell genug gehen aber diesen sei gesagt: “Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht”.

  2. […] waren zu Gast auf dem 2. Mobile Publishing Gipfel in München. Zum Thema mobile Trends im E-Publishing informierten sich die erfahrenen Journalisten rund um neue Technologie Möglichkeiten der […]

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