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Germanische Namenskunde

Mai 2008 | Meinung von Tom Schoener | Neue Artikel per Mail erhalten

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Ingo ist die Kurzform von Ingolf oder Ingobert. Beide Namen werden durch ihre Anlehnungen an germanischen Gottheiten geadelt. Während Ingolf sich nun aber vom althochdeutschen Wort für „Wolf“ ableitet, bedeutet Ingobert soviel wie „glänzend“ - so weit so gut.

Wenn man sich nun INGO, das Stadtmagazin der Lutherstadt Wittenberg, näher betrachtet, ist dieses eher ein Ingobert als ein Ingolf – allerdings nur dann, wenn man glänzend im Sinne von blendend und dieses wiederum im Sinne von: „eine Erblindung hervorrufen“ bezeichnen will.

Nicht eine einzige Doppelseite in diesem Magazin ist frei von Anzeigen. Als Werbender muss dieses Magazin ein kleines Himmelreich sein, denn so groß und farbenfroh (und anhand der Quantität schlusszufolgern – günstig) bekommt man seinen Anzeigenplatz wohl nur in Wittenberg.

Da ja natürlich auch einige Beiträge bunt bebildert sind, erfährt der Leser schlichtweg eine Reizüberflutung, gegen die er sich nur durch Vernichtung der Seiten oder durch Flucht erwehren kann. Vielleicht ist es auch das Problem einer Stadt mittlerer Größe, dass jeder wichtig sein und sich wenigstens einmal in einem Printprodukt verewigt wissen will – denn wozu sonst muss eine LBS-Anzeige acht!!! Fotos von ihren regionalen Beratern, Bezirksleitern und wem sonst noch beinhalten. Ich wiederhole mich und fordere den potentiellen Rezipienten von INGO zur raschen Flucht auf.

Insgesamt fallen vier Doppelseiten aus dem kunterbunten Rahmen des 51-seitigen Magazins. Drei davon fallen für Termine, Informationen über Ausstellungen und Galerien sowie für den Eventüberblick an und sind gänzlich farblos. Dies bedeutet nun aber keineswegs, dass sich da eine auch nur im Ansatz zu identifizierende Seitenstruktur erkennen lässt.

Auf der letzten „Außenseiterseite“ finden wir ein Interview mit dem Schauspieler Joachim Król. Das ist inhaltlich ja fast wirklich ein Ingobert, aber layout-technisch… - der Beitrag findet sich auf einem den Leser völlig erschlagenden schwarzen Hintergrund - ich sage nur „Flieht!!!“

Vielleicht sollte INGO weniger ein Ingo sein wollen – wie wäre es mit Hubert. Der Name stammt ebenso aus dem Althochdeutschen und bedeutet soviel wie geistreich.

Kategorie: Layout CPL-Award

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