Mein Buddelschiff
April 2008 | Meinung von Tom Schoener | Neue Artikel per Mail erhalten
Bestimmt jeder hat schon einmal ein Buddelschiff gesehen. Als kleiner Tom habe ich mich dann immer gefragt, wie die Schiffe in die Flaschen kommen. Die Vermutung lag nah, dass da ganz finstere Mächte am Werk gewesen sein mussten.
Mit der Zeit aber wachsen Körper und Geist und man beginnt die Geheimnisse der Welt zu entschlüsseln, so auch die Auflösung des Buddelflaschen-Rätsels. Auf der Titelseite des RWE-Kundenmagazins vom März diesen Jahres prangt nun ein vergleichbares und metaphorisch mindestens gleichwertiges Motiv: Eine in einer Glühbirne befindliche Sonnenblume.
Im Zusammenspiel mit dem daneben stehenden Teaser „Grüner Strom von RWE“ ergibt sich bereits auf der Titelseite ein sowohl das Auge als auch den Geist stimulierendes Erlebnis, dass ein Weglegen des Magazins schier unmöglich macht.
Im Heftchen selbst befindlich sind einige durchaus passable Texte, die dem RWE-Kunden über Umweltaspekte, technische Details und Innovationen im Zusammenhang mit Strom informieren. Das macht durchaus Sinn für das Kundenmagazin eines Energieanbieters. Layout ist ebenfalls ganz in Ordnung, was für mich eigentlich blöd ist. Aber ich werde da noch was zum nörgeln finden, versprochen.
Irgendwie sind es die kleinen verzeihlichen Details, die ein wenig unschön sind; ein „tut“ in der Überschrift, ein etwas lächerlich wirkendes Motiv, bei dem ein greiser Geschäftsmann ein Windrädchen anbläst oder ein paar layouttechnische Fauxpas, wie ungeschickt gestaltete Teaser. Das Papier hat eher Beilagenqualität als Magazinqualität, aber mal lieber am Papier sparen und dafür die Strompreise niedrig halten, gelle.
Ha, da iss noch was - die Glühbirne auf dem Titelbild ist KEINE Energiesparlampe und dass in diesen ach so schweren Zeiten.
Sei´s drum, manchmal muss man ein Kundenmagazin auch mal Kundenmagazin sein lassen. Außerdem habe ich heute meinen friedlichen…
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Was man vielleicht hinzufügen sollte: Das RWE-Magazin ist extrem regionalisiert, d.h. jede Großstadt / Region erhält eine eigene Ausgabe mit lokalspezifischen Informationen. Damit ist es eines der komplexesten CP-Produkte, die man finden kann, auch wenn man es dem einzelnen Heft vielleicht nicht ansieht.
Hallo nach Hamburg! Und danke für den Hinweis!
Regionalisierung ist tatsächlich ein sehr komplexes und nicht nur aus Publisher-Sicht sehr spannendes Thema. Gerade für den Leser - auch wenn er es nicht direkt merkt - sorgen Wechselseiten und die differenzierte Kundenansprache in Editorials oder Specials dafür, dass jeder Partner in “seiner Nähe” ein eigenes Gesicht erhält. Für alle Seiten ein Gewinn!