So lala
November 2007 | Meinung von Jacqueline Barth | Neue Artikel per Mail erhalten
Hin und wieder miste auch ich mal aus. Dabei fiel mir letztens die Debütausgabe des eBay-Magazins in die Hände. Juhu, endlich ist sie da, „die unabhängige Zeitschrift für die eBay-Community“! Unser aller eBay auf Papier! Und das auch noch völlig unabhängig! Von wem? Egal. Toll!
Zugegeben, einige gute und brauchbare Tipps gibt es da schwarz auf weiß, vor allem in rechtlicher und organisatorischer Hinsicht. Aber das war’s dann auch mit Lobenswertem. Ansonsten wirkt das 138 Seiten starke Heft schlicht überladen. Zu viele Bilder und Grafiken.
Daneben gibt es noch inhaltliche Bestseller, die gänzlich auf Beweise verzichten und deshalb zweifelhaft bleiben müssen. Beispielsweise, dass die Deutschen auf eBay am häufigsten den Schützenpanzer BMP-1 beobachten. Wirklich am häufigsten? Oder war das eher der skurrilste Treffer in der Hitlist 100? Übel muss einem wenig später werden, wenn man bei „Was kosten Stars?“ über eBay-Auktionen von gebrauchten Brust-Implantaten, abgegangenen Nierensteinen und einem in Bronze gegossenen ersten Promi-Baby-Häufchen liest. Ansonsten jongliert das Magazin mit weiteren unbestätigten Zahlen, vielen Grafiken und Psychoanalysen.
Apropos Psycho. Der eine oder andere sollte zum Erstgespräch beim Psychotherapeuten vielleicht einfach den Ausdruck seines eBay-Kontos mitbringen? Denn laut Magazin verrät unser Kaufverhalten auf eBay, wer wir sind. Und beim Online-Daten ist begehrt: junger Genießer-Shopper, der in antike Möbel und Schallplatten investiert und ein Nokia N95 hat. Klasse Typ!
Resümee: Für einen echten Ebayer ist das Magazin Ballast. Was er sucht, findet er immer noch am besten und schnellsten im Netz.
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