Hemdsärmelig
Dezember 2007 | Meinung von Jörg Petzold | Neue Artikel per Mail erhalten
Was glauben Sie? Wie nennt das sächsische Fleischerhandwerk ihre vierteljährlich erscheinende Fachzeitung? Natürlich “Das Sächsische FleischerHandwerk“. Gleich beim ersten Satz, ach was, auf den ersten Blick wird klargemacht, dass feingliedriges und subtiles CP hier an der Entbeinungsmaschine nichts zu suchen hat.
Grob wie eine Eichsfelder Feldgieker schickt sich das hausschlachtene rote-weiße Layout an, permanent an den Blutwurstgerinnungsprozess zu erinnern. Dezente Schönfärbereien - nicht mit uns. Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Genauer: Wo man Knochen zu Gelatine raspelt, sieht’s nicht immer aus wie auf dem Ponyhof.
Aber für die Begradigung solch kruder postindustrieller Imagegräben ist ja schließlich CP da - wenn man dessen Möglichkeiten auch nutzt. Allein schon der Einsatz einer, nun ja, etwas positiveren Grundfarbe könnte das Fleischerhandwerksmagazin in ungeahnte Imagewelten katapultieren. Denn dass ihr prinzipiell ein sympathisches Volk seid, steht dank Beiträgen wie der Ausschreibung zum “17. Qualitätswurstwettbewerb” und “11. Pokalwettbewerb um den besten sächsischen Knacker” außer Frage. Die Tipps für eine bessere Welt gibt’s an dieser Stelle deswegen ausnahmsweise einmal gratis:
1. Eine Fachzeitung ähnlich deren Herausgeber- und Empfängerkreis zu betiteln, bringt weder steuerliche Vorteile noch das gewisse Maß an kreativer Ansprechhaltung.
2. Blutrote Identity-Färbung! Liegt ja eigentlich nahe. Geht aber definitiv nicht. Knochenmühle doesn’t goes Pop!
3. Wenn Fotos, dann bitte aussagekräftige. Ein Photoshop-Weichzeichner macht den Schlachthof noch lange nicht zur Saunalandschaft.
Das ist die Fleischerzeitschrift-Perspektive. Aber bis dahin:
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- Keine


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Wie funktioniert die Zielgruppe? Handwerker haben, so sagen die NPL Gelehrten, kinestetische Präferenzen.
Bei der Zeitung handelt es sich um das Organ der Innung. Jedes Mitglied wird die Zeitung lesen, egal, wie die Farben gestaltet sind.
Sie haben recht, kein Mitglied kommt an der Zeitung vorbei.
Jedes bekommt die Zeitung. Nach Hause oder auf Arbeit.
Ob es sie dann aber auch wirklich liest,
ist doch eine ganz andere Frage!
Darüber entscheidet kein Verband.
Darüber entscheidet jeder Leser selber…