Nur für große Jungs!
September 2007 | Meinung von Thuy Tien Phan Thi | Neue Artikel per Mail erhalten
Ich muss zugeben, das Schmökern des Bundeswehr-Magazins “Y.”macht wirklich Spaß. Hat man erst einmal seine Vorbehalte aufgrund des sehr unattraktiven Covers überwunden, erschließt sich einem ein mit 132 Seiten recht umfrangreiches Werk, das der Bildung des gemeinen Soldaten in den Themenwelten Politik, Forschung und Technik, Gesellschaft, Geschichte, Umweltschutz und Gesundheit dient.
Freude empfinde ich aber am allermeisten in der Rubrik “Rätselspaß”. Als Bundeswehr-Externem fallen mir einige Aufgaben nachvollziehbar schwer, z.B. : “Vervollständigen Sie die Endungen der sechs Wörter so, dass zwei Waffensysteme - jeweils im Plural - entstehen.” Dazu gesellt sich lustiger Anagramm-Spaß im Bundeswehr-Ton: aus ANSTIFTERIN wird plötzlich INFANTERIST. Klasse!
Auch das Kreuzworträtsel ist nicht von schlechten Eltern und dementsprechend anspruchsvoll. Weiß man als Zivilist noch was “Mädchen” auf norddeutsch heißt, stößt man auf seine Grenzen, wenn es darum geht, herauszufinden wo der Sitz des Fernmeldebataillons 284 liegt (streckt man seine Grenzen mittels Wikipedia, kommt als Lösung übrigens die Stadt Wesel raus).
Bleibt nur eines: hoffentlich gibt´s in den nächsten Ausgaben noch Faltposter von berühmten Generälen. Dann wäre mein Glück perfekt. Bis dahin vertröstet mich das Bundeswehr-Fehlersuchbild.


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Lass mich raten: das Suchbild ist gleichzeitig auch die Titelseite? Ich meine, der Fehler auf dem Suchbild ist doch eindeutig, dass der Soldat in der anderen Hand nicht auch noch eine Waffe hält, oder?
Ich bin mir allerdings noch nicht ganz so schlüssig, ob ich über das ganze lachen soll oder doch eher mir Sorgen machen. Denn dieses unterschwellige “hineinpfropfen”von Bundeswehrsympathien in harmlose Rätsel erinnert doch schon sehr an Manipulation. Vielleicht finden sich ja geheime Gehirnwäsche-Botschaften, wenn man das Magazin (Vorsicht Wortwitz) von hinten durchblättert?