Oldies ain’t always Goldies
Juli 2009 | Meinung von Anja Rettmann | Neue Artikel per Mail erhaltenSie findet ja derzeit mehr oder weniger statt: die warme Jahreszeit. Eher mehr als weniger donnert zeitgleich ein perfides Nichts an interessantem Content - auch Sommerloch genannt - auf den gemeinen Medienkonsumenten zu. Es gibt keinen frischen Tatort und keine nervenzerreißende Bundestagsdebatte, dafür steht es medienübergreifend sehr gut um an den Haaren herbeigezogenen Themen, die in solch ausschweifender Weise zwischen September und Mai selten stattfinden. Ein nahezu perfekter Zeitpunkt also, um eine neue und spannende CP-Lounge-Kategorie ins Leben zu rufen! Die ihre Existenz übrigens einem Fluchtversuch aus jenem bösen Sommerloch verdankt: einer Archiv-Aufräumaktion. Sozusagen schreibtischübergreifend wurden wahre Perlen nie präsentierter Exemplare magazinerischen Totalausfalls geborgen - diese zu huldigen, ist Sinn und Zweck der neues Kategorie “Oldies ain´t always Goldies”.

Lange Rede, langer Sinn. Nun aber auch einmal zur ersten Kostprobe. Allein ein Blick auf die Kommunalwirtschaft genügt, um die Daseinsberechtigung der neuen Kategorie zu beweisen und einen W.Z.B.W.-Vermerk unter die ganze Geschichte zu stempeln. Noch nicht? Gut, dann mal bitte selbst die abgebildete Seite aus der April-Ausgabe anno 2007 genauer betrachten und etwaige Position in jener Zeitschrift für das Verwaltungswesen zu erraten - um präzise zu sein: die “Zeitschrift für das gesamte Verwaltungswesen, die sozialen und wirtschaftlichen Aufgaben der Städte, Landkreise und Landgemeinden”. Kommt man gleich drauf. Diese lieblos hingeknallte und grafisch unraffinierte Anzeigengestaltung auf Hochglanzpappe ist… Richtig: das Deckblatt, das Cover, die Titelseite. Die U1, liebe Layouter. Also mir fällt dazu nichts mehr ein, außer eben: Es ist nicht alles gold was glänzt.
Ach doch, eines wäre noch: Den Blattmachern selbst scheint es dieses Anzeigen-Cover-Hybriddesign angetan zu haben, gleiche Anzeige und gleicher Top-Werbeplatz finden sich auch in einer 2009er Ausgabe wieder. Was lange währt… Muss halt auch nicht besser werden.
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