Groß, bunt, lautstark
Dezember 2006 | Meinung von Kay A. Schönewerk | Neue Artikel per Mail erhaltenWie hier und hier berichtet wird, hat sich im Raum Euskirchen eine ungewöhnliche Zweckgemeinschaft gebildet.
Zehn regionale Unternehmen aus verschiedenen - nicht miteinander konkurrierenden - Branchen finanzieren gemeinsam und zu gleichen Teilen ein Kundenmagazin namens “W.i.e.s.e.l” (Liebe Deutsche Post, das Magazin wird richtig W.i.e.s.e.l geschrieben und hat nichts mit dem kleinen nachtaktiven Raubtier zu tun.)
Leider hinterlässt die gute Refinanzierungs-Idee beim geneigten Leser einen fahlen Beigeschmack:
Zum einem wirkt das Layout im Innenteil hausbacken. (Das Titellayout wurde seit den letzten Ausgaben deutlich überarbeitet.) Zum anderen liegen knapp 7 MB für die 16seitige PDF-Variante dem Betrachter ebenso schwer im Magen. Auch die Inhalte überzeugen nicht. Hier mangelt es an der nötigen Glaubwürdigkeit. Denn die Finanzierungspartner stellen sich und ihre Leistungen auf fast jeder Seite dar. Groß, bunt, lautstark.
Schade - um eine eigentlich gute Idee.
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Ich halte diese Zweckgemeinschaften für eine gute Idee, speziell, wenn Endverbraucher angesprochen werden sollen und die Herausgeber kleinere Unternehmen z. B. aus Handel, Dienstleistung, Handwerk etc.sind. Durch die Kostenteilung ist es möglich, ein klasse Konzept mit wirkungsvollem Inhalt auf die Beine zu stellen und eine professionelle redaktionelle Betreuung zu sichern. Leider wird diese Idee häufig von gestaltungslastigen Agenturen umgesetzt, die beim Inhalt allzu gern sparen. Ein redaktionelles Konzept liegt hier selten zugrunde.
@ Daniela Wohlfromm - Die Tatsache, dass es W.I.E.S.E.L heute offenbar schon gar nicht mehr gibt, zeigt, dass aus der guten Idee inhaltlich leider zuwenig gemacht wurde.
Denn, da stimme ich Ihnen uneingeschränkt zu, schöner (oder mehr oder weniger schöner) Schein in Form von Gestaltung wirkt auf sich selbst reduziert nicht allzu lange - und wer sein Magazin ohne überzeugendes und langfristig tragfähiges Redaktionskonzept ins Rennen schickt, bekommt von den Lesern ziemlich schnell die Rechnung.