Janusköpfer
März 2009 | Meinung von Jörg Petzold | Neue Artikel per Mail erhaltenHätte das einer gedacht, dass die südkoreanische Automarke Daewoo jemals in einem Atemzug mit der Corvette genannt werden muss? Nun gut, den allseits beliebten Yugo des serbischen Automobilherstellers Zastava hat sich mittlerweile auch Ferrari gekrallt, allerdings haben die Serben, im Gegensatz zu den Südostasiaten, es meines Wissens auch nie im ernstzunehmenden Maßstab versucht, ein CP-Produkt über die Balkangrenzen hinaus auf den Markt zu schieben. Wer nichts macht, macht bekanntermaßen auch nichts verkehrt. Mentalitätsbereinigt dachte Daewoo da schon anders und schickte das Kundenmagazin “Daewoo und Du” ins Rennen. Bis zum Tag X, als Daewoo-Gründer Kim Woo-choong nach sechs Jahren Flucht wegen Bilanzfälschung zu zehn Jahren Haft verurteilt wurde und General Motors in bester Real Madrid-Manier alles aufkaufte, was nicht bei drei auf dem Bambus war. Seitdem heißt Daewoo eben Chevrolet (auf deren Konstruktionskonto zu besseren Zeiten wiederum die oben genannte Corvette ging) und das Kundenmagazin dito “Chevrolet plus”. Soweit so gut.

Weniger gut sind allerdings die Qualitätskontrollen, die nach der GM-Übernahme im Kundenmagazin Einzug hielten. Denn obwohl es unabdingbar löblich ist, dass die originäre Printversion der aktuellen Ausgabe auch als PDF-Version angeboten wird, sollte man in digitalen Welten schon genauer schauen, was passiert, wenn zweiseitige Überschriften 1:1 seitenweise portioniert werden. Funktioniert nämlich leidlich bis gar nicht. Oder ich verstehe den Witz der Sache nicht vollends, wenn es zum Beispiel Titelzeile “Das dynamische Duo” in aseptische Häppchen zerfetzt.

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