Eigentor
Juli 2008 | Meinung von Tom Schoener | Neue Artikel per Mail erhalten
Manchmal läuft man durch die Welt und denkt so bei sich, dass es bei einigen von uns Menschenkindern reichlich bunt zwischen den Ohren zugehen muss. Im Hintergrund läuft Rudi Carrells „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer“ und vor uns liegt die Juniausgabe des Reformhaus-Kuriers, dem Magazin für gesundes Leben.
An dieser Stelle auf die edel erdachten Nuancen der Titelbildgestaltung einzugehen, wäre nun doch etwas zu einfach, aber der erste Satz dieses Textes ist nun nicht völlig willkürlich gesetzt worden. Fokus soll aber heute vielmehr auf einem kleinen Beitrag liegen, bei dem man sich tatsächlich fragt, ob die Autorin nicht doch ein paar Brausepulvertütchen zuviel in sich hineingeschüttet hat.
Geschildert wird der fußballerische Wettkampf zwischen dem “Durst” gegen seine potentiellen “Löscher” – und die „Löscher“ , natürlich Bio, schießen dabei ein Tor nach dem anderen. Um genau zu sein so viele, wie es gerade seitens der Autorin anzuhimmeln gilt.
Das Bedauerliche an einem solchen Text ist nicht in erster Linie das Konzept, sondern vielmehr ein so kläglicher Einstieg, bei dem sich die Autorenintention irgendwie völlig verschließt. Man sollte ja durchaus auch einmal etwas bildhaft schreiben dürfen, aber was will der Text denn nun eigentlich aussagen? Dass die so gepriesenen Gesöffs den Durst zu löschen imstande sind? Dazu hätte ein kurzer Absatz völlig ausgereicht.
So bleibt letztlich die Vermutung, dass hier die Autorin mit einem recht dünnflüssigem Thema wahrscheinlich ein paar Seiten füllen musste und sich aufgrund mangelnden Inhalts die Erschaffung eines originellen Textes zum Ziel gesetzt hat. Da nun gerade eine Fußball-EM ihr Ende gefunden hat, liegt die Vermutung irgendwie nahe, dass diese Quell der Inspiration gewesen sein könnte.
Zum Glück ist ja bald Olympia - nur für den Fall, dass die Muse mal wieder einen großen Bogen um einen schlägt.
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