Einer geht noch…
Juli 2008 | Meinung von Tom Schoener | Neue Artikel per Mail erhalten
Okay okay, machen wir noch einen zum Thema Baby&Co, zumal ein gleichnamiges Heftchen mich von meinem Schreibtisch freundlichst und natürlich pastellfarbend anstrahlt. „Baby&Co“ ist eine Elternzeitschrift und ich finde es gut und wichtig, dass man das erwähnt. So haben die Eltern alle Argumente auf ihrer Seite, wenn der Nachwuchs wieder einmal unberechtigt in den Seiten blättert. Wäre ja auch fatal, wenn die Steppkes die pädagogischen Kniffe ihrer Erzeuger bereits in den ersten Jahren ihres Seins durchschauen täten.
Schauen wir uns das Magazin einmal an. Bereits auf den ersten Blick lässt sich feststellen, dass „Baby&Co“ seinen Lesern ganz schön viel zu sagen hat. Gerade einmal 20 Prozent werden dem obligatorischen Baby auf der Titelseite zur freien Sicht gegönnt. Der Rest ist zugeballert mit Magazintitel, Überschriften und Teasern. Man wäre ja fast gewillt, die Macher darauf hinzuweisen, dass es auch die Möglichkeit eines Inhaltsverzeichnisses innerhalb des Magazins gibt…
Auffällig in diesem Heft sind die kleinen immer wiederkehrenden Erfahrungsberichte, in denen die jungen Eltern ihre Erlebnisse und Probleme zum Besten geben. Da berichtet der eine Papa in Form einer Kolumne über die Weckkünste seiner dreijährigen Tochter und eine Mama über die Frage, wann man denn nun zum Kinderarzt gehen müsse und ab wann man als zu übervorsichtig gilt.
Meine Lieblingsgeschichte und zugleich Einstieg in das Magazin ist der Erfahrungsbericht eines Jungvaters, in welchem er die Cleverness seines Spößlings in den Himmel hebt. Kurz zum Inhalt: Der Knabe flitzt mit seinem Dreirad durch die Wohnung (!!!) und bedauert seinen Papa, dass dieser dies ob seiner Größe nicht mehr könne. Was macht unser Erzähler? Er reibt bildlich den Zeigefinger der rechten Hand über die behaarte Seite seines linken Zeigefinger, denkt sich im Stillen, du Stift, ich kann zwar nicht mehr Dreirad fahren, aber mit nem TT durch die Kante heizen, ist wohl ein klein bisschen cooler.
Die Antwort auf das Bedauern des kleinen Finns ist dann aber die, dass Papa die Vorteile des Großseins schildert, namentlich lange aufbleiben, anziehen was man will und, didaktisch ungemein schlau, Eis essen so viel man will. Die völlig überraschende Reaktion des kleinen Finn ist dann die, dass er plötzlich auch zu groß für das Dreirad ist und sich folglich für Unmengen von Eis qualifiziert habe. An diesem Beispiel sei die Pisastudie ins Spiel gebracht: Spiel, Satz und Sieg für Finn.
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