Innovativer Dreiklang
Juni 2008 | Meinung von Tom Schoener | Neue Artikel per Mail erhalten
Es gibt also ein Magazin über das Schneiden und Biegen. Dieses nennt sich „Bystronic World“ und dessen aktuelle Ausgabe beginnt mit den Worten: „Entwicklung und Prosperität eines Unternehmens hängen von diversen Faktoren ab: der richtigen Strategie, dem Commitment und der Innovationskraft…“ - schön gesagt.
Um das auszudrücken, wo einem die Nabelschnur drückt, bietet die Sprache, speziell die Unsrige, für den Sprecher eigentlich eine schier unerschöpfliche Vielfalt von Möglichkeiten an, dass die Mehrfachnennung eines Wortes nicht zwingend notwendig ist.
Der freundliche Herr, der die Leserinnen und Leser von „Bystronic World“ begrüßt, hat jedoch eine unglaubliche Vorliebe für das Wort „Innovation“. Gerade in Fachmagazinen gibt es nicht immer ein adäquates Synonym, aber wenn man das besagte Wort neben der individuellen Nennung auch noch im Dreiklang ähnlich vorzüglicher Begriffe auftreten lässt, könnte man es ja auch gleich mit einem Textmarker einfärben.
Nachdem nämlich zunächst „Strategie, Commitment und Innovationskraft“ als „diverse Faktoren“ hervorgehoben wurden, wird nun auch die unglaubliche Relevanz von „Innovationskraft, Commitment und Partnerschaft“ betont – und das gleich zweimal.
Da muss man an der Ernsthaftigkeit des abschließenden Satzes, der Spaß beim Lesen wünscht, ein ganz klein wenig zweifeln. Wäre aber vielleicht auch ein bisschen viel verlangt, ist ja schließlich nicht das Magazin über Possen und Reißen…
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