Dem Baby einen Namen geben (I)
Februar 2009 | Meinung von Anja Rettmann | Neue Artikel per Mail erhalten„Ihr habt ja wirklich ein süßes Kind! So gesund und munter, so witzig und unterhaltsam – wie konntet ihr es nur Britney Shakira nennen?“ Tjaja. Schaut man in den Geburtshäusern und im eigenen Bekanntenkreis umher, fällt der Drang zu Namensgebungen auf, die weit über die Grenzen des guten Geschmacks hinausgehen: Namen, die kein Mensch versteht, aussprechen oder schreiben kann, oder solche, die das arme Kind zum steten Belachtwerden verdammen. My baby baby balla balla.
Auch „CP-Babys“ – Unternehmens-, aber auch Fachmagazine jeglicher Couleur – zeichnen sich mitunter durch recht merkwürdige, zu sehr gewollte oder (um es auf den Punkt zu bringen) nahezu bescheuerte Namen aus. Und das, obwohl sie tief in sich drin genauso gesund und unterhaltsam sind wie Britney Shakira. Da es sich hierbei um ein bereichsübergreifendes Phänomen handelt, dem ein einzelner Beitrag beileibe nicht gerecht werden würde, widmet sich die CP-Lounge in dieser Woche komplett diesem Thema und stellt in einer Serie die skurrilsten Namen deutscher Zeitschriftentitel vor.
Beginnen wir die illustre Runde mit einem Blick auf jene Printprodukte, die medizinisch klinisch daherkommen – und die Diskussion um den Gesundheitsfonds wahrhaftig in den Schatten stellen.
Also: Was ist zu tun, wenn’s irgendwo weh tut? Richtig – erstmal „Der Schmerz“ lesen. Die Fachzeitschrift für Schmerzforschung erklärt vielleicht des Übels Ursache oder bringt zumindest genaueren Aufschluss darüber, welche medizinische Fachlektüre als nächstes zu besorgen ist. Das Spektrum reicht hier von „Der Gastroenterologe“ und „Der Onkologe“ über „Der Internist“ und „Der Urologe“ bis hin zu „Der Pneumologe“ und „Der Ophthalmologe“. Noch einmal Glück gehabt, wenn es nicht „Der Nervenarzt“ oder gar „Der Pathologe“ ist.
Wem das alles nun doch schon zu spezifisch ist, kann sich getrost auf „Der Notarzt“ konzentrieren, wogegen die armen Teufel, die nicht zum Reigen der privilegierten Privatpatienten gehören, mit „Der Kassenarzt“ vorlieb nehmen müssen. Ganz hartgesottene mögen sich ins Stahlnetz des „Dr. med. Mabuse“ begeben – der von der CP-Lounge favorisierte Titel unter den Arztblättern. Die Redaktion begibt sich jetzt jedenfalls in die Waagerechte, um sich von dem aufwühlenden und schmerzlichen Lesestoff zu erholen – und wird dabei ein wenig in „Die Rehabilitation“ schmökern. Oder im internationalen Medizin-Magazin „Sleep and Breathing“. Na dann, gute Nacht – und bis zum morgigen zweiten Teil unserer Titel-Serie.
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