Von Öko-Harakiri und Kunst
Oktober 2009 | Meinung von Claudia Morgenstern | Neue Artikel per Mail erhaltenDie Umweltschutzorganisation Greenpeace ist den meisten Leuten wegen ihres halsbrecherischen Guerilla-Aktionismus bekannt. Ganz nach dem Motto „Durch große Taten erhält man große Aufmerksamkeit“ wollen die Captain Planets des Naturschutzes Verbrechen an der Umwelt aufdecken und stoppen. Aus diesem Grund ketten sie sich mit Vorliebe an Ölplattformen, seilen sich von der Berliner Siegessäule ab oder protestieren nackt mit einem 700 Menschen starken Mob auf einem französischen Weinberg. Jede dieser Aktionen ist dabei nicht einfach nur spektakulär, sondern könnte in der Grauzone zur Kunst angesiedelt werden. Denn die meisten der Greenpeace-Unternehmungen wirken so, als seien sie von Aktionskünstlern wie Ralf Witthaus oder Günther Brus erdacht.

Der Hang zum Künstlerischen spiegelt sich auch in der Magazingestaltung der Organisation wider — besonders die Cover sind oft eine Augenweide. Ob mit pointillierter „Atom-Kanzlerin“ oder einer simplen Schrippe im Mittelpunkt kreativen Grafikdesigns, das Gewand der Printpublikation ist stets aufmerksamkeitsheischend – eben ganz Greenpeace. Zusammenfassend ist daher zu sagen: Das Layout des Magazins kann vielleicht nicht die Erde retten, aber als Blickfang helfen insbesondere die oft Pop-Art affinen Titelbilder, potenzielle Leser und damit vielleicht zukünftige Umweltliebhaber für einen Blick in das Heftinnere zu gewinnen.
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