Arbeitsverweigerung
Oktober 2008 | Meinung von Tina Neundorf | Neue Artikel per Mail erhalten
Was macht ein Objekt zu dem, was es ist? Ist es nur dann der Gegenstand, dessen Namen es trägt, wenn es auch die dazugehörige Funktion erfüllt? Ist ein Stift, mit dem man nicht mehr schreiben kann, noch immer ein Stift und ein Fernseher, der keine TV-Bilder mehr zeigt, noch immer ein Fernseher? Ist ein Spiegel, in dem ich mich nicht spiegeln kann, noch immer ein Spiegel?
Hochphilosophisch könnte man diese Überlegungen nennen. Inspiration war tatsächlich ein Spiegel – um genau zu sein ein Märchenspiegel. Das Handwerkszeug der bösen Königin, die ihr Spiegelbild danach fragt, ob sie noch immer die Schönste im ganzen Land sei. Nur verweigert dieser Spiegel hier die Teilnahme an der Konspiration. Er zeigt nämlich nur ein verschwommenes Bild. Und dass, obwohl man von ihm doch die Frage “Spieglein, Spieglein, äußere dich, wer stellt sich auf den Kopf für mich?” beantwortet bekommen soll.
Weiß er gar die Antwort nicht? Oder zieht er es vor bei solch wenig zauberhaften Themen zu schweigen – beziehungsweise nicht zu spiegeln? Hoffentlich bleiben diese Fragen wenigstens bei der Makro-Medien-Dienst GmbH und damit den Machern dieses Werbeprodukts nicht rhetorischen Charakters.


Publishing Lounge







