Blinde Leere
September 2008 | Meinung von Tina Neundorf | Neue Artikel per Mail erhalten
“Ich bin Platzhalter, ich bin Platzhalter” – so hätte sich die knappe Nachricht zum Eishockey aus der Tageszeitung mit den vier Großbuchstaben ebenso vorstellen können. Platz genug wäre gewesen. Ach, und der “Sinn” wäre ebensowenig verloren gegangen.
Aber ich möchte hier gar nicht zu böse mit meiner Kritik dieser wunderschönen und eindringlichen Repetitio sein. Dieser Titel ist eigentlich richtig gut. Denn: Er ist ehrlich. Er ist authentisch.
Ausnahmsweise kann man sich als Leser dieser Zeilen sicher sein, dass man hier die Wahrheit präsentiert bekommt – und nicht wie normalerweise irgendeine aufmerksamkeitsheischende Wortspielerei der Redaktion, die sich nach der Textlektüre als leere Phrase entpuppt. Da ist diese Überschrift doch wirklich mal eine Abwechslung.
“Ich bin ein Blindtext” ist deshalb auch ein Satz, den dieses große tagesaktuelle Bilderbuch von meiner Seite her gerne in seine Standardformulierungen aufnehmen könnte. An Qualität kann er den sonst üblichen und stets im Rudel auftretenden rhetorischen Fragen oder scheinbar am Automaten erstellten Schlagzeilen auf jeden Fall das Wasser reichen. Dafür ist er aber zumindest einmal auf eine ehrliche Weise inhaltslos.
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