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Coversuche

August 2008 | Meinung von Tina Neundorf | Neue Artikel per Mail erhalten

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Als mir diese billig zusammengeklebte Ansammlung bedruckter Cellulose in die Hände fiel, glaubte ich zuerst, daran hätte jemand seine Zerstörungswut ausgelassen. Wie auch sonst sollte ich mir das fehlende Titelblatt erklären. Doch dann erkannte ich: dieses Deckblatt und Missgeburt eines Layouts war doch tatsächlich das Cover.

Einzige Anhaltspunkte: der Titel des Magazins - “Risiko Manager“, die Nummer der Ausgabe und das Erscheinungsdatum verstecken sich in diesem Wirrwarr. Nur was darin das Inhaltsverzeichnis und gar der Anfang eines Artikel, der sinnigerweise auch noch auf Seite 6 fortgeführt wird und diesem Managerberater damit den Charakter eines Anzeigenblattes vom Wochenende gibt, zu suchen hat, ist mir schleierhaft.

Wobei Anzeigen ein gutes Stichwort sind, da nicht-redaktionelle Inhalte im gesamten Magazin zwar recht spärlich vertreten sind, auf der ersten - also der Titelseite, aber unbedingt eine Rubrik mit der Überschrift “Anzeige” eingebaut werden musste. Ein Paradebeispiel eines Paradoxons.

Auch wenn dieses Druckwerk nicht wirklich der CP zuzuordnen ist, konnte ich es mir aufgrund seines vollkommen verstörenden Konzepts nicht nehmen lassen, mich hier ausdrücklich gegen ausgefallene Magazin-Outfits wie dieses, auszuprechen. Ich habe ja nichts dagegen, wenn ich nicht zum hundertsten Mal mit mich angrinsenden Menschlein im Krippenalter, bombardiert werde, aber die Titelseite sollte doch noch als solche zu erkennen sein.

Die Front eines Magazins animiert schließlich nicht nur zum Aufblättern - was die Visage des vor mir liegenden nicht im geringsten tut, sondern sie erfüllt nebenbei auch (und das, wie ich denke, nicht nur bei mir) einen alltäglichen Zweck.  Wenn ich nur bedenke, was die äußeren Seiten eines Heftes bei mir manchmal aushalten müssen: umgeknickt, eingerissen und mit Kaffee bekleckert, sind dabei nur einige ihrer Schicksale. Hier bleibt kein Heidi Klum-, Jessica Alba- oder Nicole Kidman-Auge trocken.

Daher würde ich mir bei einem Printprodukt wie diesem - ob nun CP oder nicht, auch immer die traurige Frage stellen, ob es der erste Text einfach nicht wert ist, vor solch zerstörerischen Koffein-Angriffen geschützt zu werden.

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