Triple X
Mai 2009 | Meinung von Jörg Petzold | Neue Artikel per Mail erhalten
Genau meine Abteilung: Magazinuntertitel, so schlagkräftig wie Axel Schulz’ Linke in besten Tagen; die Faust direkt in der Magengrube eines gesunden Alliterationsfanatismus; eine Dampfwalze gegen das kreative Understatement, kurz: die goldene Seele schwarzer Anlegerzahlen, die ihres Zeichens wohl auch zur Zielgruppe des “Executive”-Magazins zu zählen ist. Und weil “Executive” lautmalerisch auch ein Mitarbeitermagazin für Scharfrichter sein könnte, zieht man dort eben im Untertitel gnadenlos blank: Leistung - Leben - Leidenschaft. Das fließt fast so gut wie die Veuve Clicquot über die Zunge und schmiegt sich dank medialer Kohärenz (”Titel, Thesen Temperamente”, “Menschen, Mode und Motoren” oder auch “Mach mit, mach’s nach, mach’s besser“) äußerst gut an die Synapsen.
Nur geht die Rechnung nicht ganz auf. Wenn wir die Punchline analytisch über den Inhalt des Magazins legen, dreht sich der 24-Seiter nur noch um Geld- Business -Stil. Und noch eine Ebene tiefer sind wir bei attraktiven Zinssätzen, dem Review eines 90.030 Euro-Flitzers und der Mitmachaktion “Executive-Leser wählen den besten Autovermieter”. Und Ulrich Wickert darf am Ende auch noch kurz über seine ersten selbst verdienten Pfennige reden. Es ist quasi eine Phantompublikation, weder Fleisch noch Fisch, weder edel noch mutig, weder massenkompatibel noch im Hochpreissektor wirklich zu Hause. Und könnte auch mit “Märkte - Medien - Magensäure” ins Rennen gehen.
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Nullen, Nichts und Nobodys - wer macht´s denn nun, das Executive-Magazin?
Beste Grüße,
Christian Fill
Sehr, sehr perfekte Frage! Im Impressum ist als Herausgeber die Redaktionswerft Hamburg aufgeführt. Entweder die geben das eigeninitiativisch raus oder, verschwörerisch, schmeißen sich da die fünf größten Banken Deutschlands zusammen, um ihre Leistungen verdeckt zu popularisieren. Vermarktet wird das “Executive” jedenfalls von der JDB Media GmbH (die machen bspw. auch CP für Peugeot).
[…] (Video via CP-Lounge) […]